Verbindungen in Stahl

Um die Rohre eines Stahlrahmens miteinander zu verbinden, werden bei Norwid unterschiedliche Techniken angewandt.

Auftragslötung

Besonders elegante Stahlrahmen werden in einer besonderen Technik gefertigt: Die Rohre werden mit einer Auftragslötung (fillet-brazed) verbunden, bei der das zähflüssig aufgetragene Silberlot in sorgfältiger Handarbeit zu einem Finger schmeichelnden nahtlosen Übergang geschliffen wird. Ganz nebenbei sorgt dieses Verfahren für optimalen Kraftfluss und bietet sich zudem auch für Rohrübergänge an, für die aus unserem breiten Vorrat an Muffen nicht die Muffe mit den richtigen Winkeln und Durchmessern zur Verfügung steht. Des Weiteren verwenden wir dieses Verfahren immer bei unseren Stahlrahmen mit Extra-Großen-Rohrquerschnitten.

Muffenlötung

Um zeitlose Fahrradrahmen herzustellen, werden die präzise gefrästen Rohre in Feinguss bzw. Mikrofusionsmuffen mit niedrigschmelzendem 56%igem Silberlot verlötet. Anhand der Glühfarbe erkennt Rudolf Pallesen die optimale Arbeitstemperatur. Gelötet wird bei ca. 650° C, damit im hochfest legierten CrMo- und CrNi-Material (Edelstahl) kein Rekristallisierungsprozess stattfindet. So bleibt die Materialfestigkeit selbst im Bereich der Lötstelle unvermindert. Übrigens: Dank einer kleinen Auswahl an Edelstahlmuffen können Norwids Edelstahlrahmen auch komplett unlackiert angeboten werden.

Schweißen

Die Stahlrahmen aus der Lofoten-Linie werden nach dem WIG-Verfahren mit einer feinen gleichmäßig geschuppten Naht geschweißt. WIG steht für Wolfram-Inert-Gas (englisch TIG wie Tungsten-Inert-Gas), eine zuverlässige, saubere Verbindungsmethode für normale CrMo-Rohre.


Norwid setzt ganz auf Stahl.
Es kommen unterschiedliche Stahlqualitäten zum Einsatz.

Reynolds 953 und Columbus XCr

Das Beste, was Sie heute im Edelstahlrahmenbau bekommen können: Edelstahl-rohrsätze aus sogenannten Duplex-Stählen mit Zugfestigkeiten zwischen 1.500 und 2.000 N/mm² und Wandstärken bis 0,4 mm. Aufgrund der zur Verfügung stehenden Rohrformen verwenden wir das Columbus XCr eher für klassisch-gemuffte Stahlrahmen, das Reynolds 953 für moderne fillet-brazed Stahlrahmen.

Poppe & Potthoff – Noblex Edelstahl

Restbestände einer wortwörtlich glänzenden Ära: Aufgrund der begrenzten Werkstoff-Vorräte sind damit nur noch bestimmte Radtypen sinnvoll zu fertigen. Mit einer Zugfestigkeit ab 900 N/mm² nutzen wir diese Rohre als adäquaten Grundstoff für besondere Rahmen.

Columbus Life und Spirit

Erste Wahl für leichte Rennräder und MTB: Wandstärken von 0,7 bis minimal 0,38 mm werden durch die hohe Zugfestigkeit ab 1.250 N/mm² und damit einhergehende geringe Beulanfälligkeit möglich. Hier stehen auch spezielle geformte Ovale Rohre zur Verfügung, um das Gewichts-Steifigkeits-Verhältnis weiter zu optimieren.

Columbus Zona

Unser Lieblingswerkstoff im Trekkingbereich: Bei einer Zugfestigkeit ab 1.000 N/mm² werden die Rohre in vielen unterschiedlichen Durchmessern (28,6 – 42,0 mm) und Wandstärken (0,5 – 0,9 mm) angeboten. Diese Vielfalt ermöglicht eine individuelle Auslegung des Stahlrahmens, je nachdem, ob das Rad extra leicht oder superstabil sein muss.

25CrMo4

Basis-Werkstoff für die Lofoten-Linie: Das Standardmaterial für den hochwertigen Fahrradrahmenbau weist eine Zugfestigkeit ab 650 N/mm² auf. Es werden auch konifizierte Double-butted-Rohre verbaut, die an den stärker belasteten Enden dickwandig und in den Rohrmitten dünn und leicht sind.